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Zuschlag-Rechner für den späteren Rentenbeginn

Wer seine Altersrente erst nach der Regelaltersgrenze beginnen lässt, bekommt für jeden Monat 0,5 Prozent mehr. Arbeiten Sie in der Zeit weiter, kommen neue Entgeltpunkte dazu. Der Rechner zeigt, wie viel das bringt und wie lange es dauert, bis sich der Verzicht auszahlt.

Aktualisiert am von Felix Hilck

Ihre Angaben

€ / Monat
Aus Ihrer Renteninformation oder Rentenauskunft.
Monate
€ / Jahr
Beiträge zählen höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € (2026).

Ergebnis

Neue Bruttorente bei späterem Beginn

–

mehr im Monat als bei Beginn zur Regelaltersgrenze, lebenslang.

Zuschlag
Zusätzliche Entgeltpunkte
Nicht bezogene Rente
Aufschub lohnt sich ab dem Alter von

Alternative: Rente pünktlich beziehen und weiterarbeiten. Seit 2026 sind dann bis zu 2.000 € Arbeitslohn im Monat steuerfrei. Was das bringt, zeigt der Aktivrente-Rechner.

Bruttowerte in heutigen Euro ohne Rentenerhöhungen, Steuern und Krankenversicherung. Zuschlag 0,5 % je Monat nach § 77 SGB VI, angewendet auf alle Entgeltpunkte zum Rentenbeginn. Neue Entgeltpunkte mit dem vorläufigen Durchschnittsentgelt 2026 (51.944 €) gerechnet.

Inhalt
  1. So rechnet der Rechner
  2. Ein durchgerechnetes Beispiel
  3. Was der Rechner vereinfacht
  4. Für wen sich der Aufschub eignet
  5. Aufschieben oder Aktivrente?

Mit dem Zuschlag-Rechner sehen Sie, wie viel höher Ihre Rente wird, wenn Sie sie nach der Regelaltersgrenze beginnen lassen. Jeder Monat Aufschub bringt 0,5 Prozent mehr, ein Jahr also 6 Prozent. Arbeiten Sie weiter, erwerben Sie zusätzlich neue Entgeltpunkte. Dem gegenüber steht die Rente, die Sie in dieser Zeit nicht bekommen – und die muss die höhere Rente erst einmal wieder einspielen.

So rechnet der Rechner

Der Rechner geht von der Bruttorente aus, die Ihnen zur Regelaltersgrenze zustehen würde, und rechnet in drei Schritten:

  1. Neue Entgeltpunkte = Bruttogehalt (höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro) ÷ Durchschnittsentgelt 2026 (vorläufig 51.944 Euro), anteilig für die Monate des Aufschubs. Jeder Punkt ist 42,52 Euro Monatsrente wert.
  2. Zuschlag = Monate × 0,5 Prozent (§ 77 Abs. 2 Nr. 2b SGB VI). Er gilt nach dem Gesetzeswortlaut für alle Entgeltpunkte, die noch nicht Grundlage einer Rente waren – der Rechner wendet ihn deshalb auch auf die neu erworbenen Punkte an.
  3. Break-even = nicht bezogene Rente ÷ monatliches Rentenplus. Das Ergebnis sind die Monate nach dem späteren Rentenbeginn, bis der Aufschub aufgeholt ist; der Rechner rechnet sie in ein Lebensalter um.

Wichtig für Schritt 1: Wer nach der Regelaltersgrenze arbeitet und keine Rente bezieht, bleibt in der Rentenversicherung pflichtversichert und zahlt den vollen Beitrag. Wer dagegen schon Vollrente bezieht, ist versicherungsfrei; nur der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil, der die Rente nicht erhöht, es sei denn, Sie verzichten auf die Versicherungsfreiheit.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ohne Weiterarbeit bliebe nur der Zuschlag: 1.590 Euro statt 1.500 Euro, also 90 Euro mehr. Der Verzicht auf 18.000 Euro wäre dann erst nach 200 Monaten wieder drin, mit 84 Jahren und 2 Monaten. Das zeigt, wie viel die Entgeltpunkte aus der Weiterarbeit zum Ergebnis beitragen.

Eine Eigenheit des reinen Zuschlags: Der Break-even liegt immer 200 Monate nach dem späteren Rentenbeginn, egal wie lange Sie aufschieben. Wer zwei Jahre wartet, bekommt 12 Prozent mehr, also 1.680 statt 1.500 Euro, verzichtet aber auf 36.000 Euro. Die 180 Euro Plus brauchen wieder 200 Monate, um das einzuspielen, nur beginnt die Uhr ein Jahr später. Längeres Aufschieben verschiebt den Punkt, ab dem es sich lohnt, also mit nach hinten. Erst die neuen Entgeltpunkte aus der Weiterarbeit verkürzen diese Frist.

Was der Rechner vereinfacht

Alle Beträge sind brutto und in heutigen Werten. Rentenerhöhungen während des Aufschubs fehlen; sie würden beide Varianten gleich treffen. Steuern bleiben außen vor, obwohl sie hier eine Rolle spielen: Wer ein Jahr später in Rente geht, hat einen um 0,5 Prozentpunkte höheren Besteuerungsanteil, und das Gehalt im Aufschubjahr kann zusammen mit einer höheren Rente in einen höheren Steuersatz rutschen. Wie viel Steuer auf die Rente anfällt, rechnet der Rentensteuer-Rechner.

Das Durchschnittsentgelt für 2026 ist vorläufig und wird nachträglich festgestellt. Und der Rechner nimmt an, dass das Gehalt über den ganzen Aufschub gleich bleibt.

Für wen sich der Aufschub eignet

Der Aufschub ist eine Wette auf ein langes Leben, abgesichert durch eine gesetzliche Rente, die ein Leben lang fließt und mit jeder Anpassung steigt. Sinnvoll ist er vor allem, wenn Sie gesund sind, gerne weiterarbeiten und das Geld aus der Rente in dieser Zeit nicht brauchen, etwa weil das Gehalt weiterläuft. Dann kauft der Verzicht eine lebenslange Zusatzrente, die mit jeder Rentenanpassung mitwächst und kein Kapitalmarktrisiko trägt.

Weniger geeignet ist er, wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder das Geld für Anschaffungen am Anfang des Ruhestands eingeplant ist. Und wer im Aufschubjahr nicht arbeitet, braucht ein Polster, von dem er ein Jahr lang ohne Rente lebt.

Aufschieben oder Aktivrente?

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es eine Alternative, die für viele attraktiver ist: die Aktivrente. Wer nach der Regelaltersgrenze sozialversicherungspflichtig arbeitet, kann bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn im Monat steuerfrei verdienen (§ 3 Nr. 21 EStG) – egal, ob er gleichzeitig Rente bezieht oder nicht. Rente plus steuerfreies Gehalt bringt sofort mehr Geld, der Aufschub zahlt sich erst nach vielen Jahren aus. Beides lässt sich auch kombinieren: Aufschieben und steuerfrei weiterarbeiten.

RechnerAktivrente-Rechner: Ihr Netto-VorteilWie viel Steuer die Aktivrente spart und was von Gehalt und Rente netto bleibt.

Die Vor- und Nachteile beider Wege beschreibt der Artikel Rente aufschieben, die Grundregeln stehen unter Was ist die Aktivrente?. Wann genau Ihre Regelaltersgrenze erreicht ist, zeigt der Rentenbeginn-Rechner.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Zuschlag, wenn ich später in Rente gehe?
Für jeden Kalendermonat, den Sie die Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch nehmen, steigt der Zugangsfaktor um 0,005. Die Rente wird also um 0,5 Prozent pro Monat höher, 6 Prozent pro Jahr. Eine Obergrenze gibt es nicht, und der Zuschlag gilt lebenslang.
Muss ich weiterarbeiten, um den Zuschlag zu bekommen?
Nein. Der Zuschlag entsteht allein dadurch, dass Sie die Rente später beantragen. Wer in der Zeit weiter sozialversicherungspflichtig arbeitet, zahlt zusätzlich Rentenbeiträge und erwirbt neue Entgeltpunkte, die die Rente weiter erhöhen.
Lohnt es sich, die Rente aufzuschieben?
Ohne Weiterarbeit holt die höhere Rente die nicht bezogenen Monatsrenten immer erst nach 200 Monaten ein, also nach fast 17 Jahren. Mit Weiterarbeit geht es schneller, bei 1.500 Euro Rente und Durchschnittsverdienst sind es rund 11 Jahre. Ob das für Sie aufgeht, hängt von Gesundheit, Steuern und davon ab, ob Sie das Geld zwischendurch brauchen.
Was ist besser, Aufschub oder Rente plus Aktivrente?
Seit 2026 bleiben bei Arbeit nach der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn im Monat steuerfrei, auch wenn Sie gleichzeitig Rente beziehen. Wer Rente und Gehalt parallel bekommt, hat sofort mehr Geld. Der Aufschub lohnt sich eher für Menschen mit guter Gesundheit, die das Geld nicht sofort brauchen.

Quellen

  1. § 77 SGB VI – Zugangsfaktor (Zuschlag 0,005 je Monat)
  2. § 70 SGB VI – Entgeltpunkte für Beitragszeiten
  3. Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 (Durchschnittsentgelt, BBG)
  4. DRV – Versicherungsfreiheit nach Erreichen der Regelaltersgrenze
  5. § 3 Nr. 21 EStG – Aktivrente

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