Gesetzliche Rente

Rentenerhöhung 2026: Was die 4,24 Prozent in Euro bringen und was 2027 kommt

Seit dem 1. Juli 2026 sind die gesetzlichen Renten um 4,24 % höher. Der aktuelle Rentenwert stieg von 40,79 € auf 42,52 €. Brutto sind das bei 1.500 € Rente gut 63 € im Monat, netto etwas weniger, und für manche wird die Erhöhung steuerlich spürbar.

Aktualisiert am 6 Min. Lesezeitvon Felix Hilck

Das Wichtigste in Kürze

  • Zum 1. Juli 2026 stiegen die Renten um 4,24 %. Ein Entgeltpunkt ist jetzt 42,52 € wert statt 40,79 €, bundesweit einheitlich.
  • Die Standardrente mit 45 Entgeltpunkten steigt um 77,85 € auf 1.913,40 € brutto im Monat.
  • Von der Erhöhung gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, im Durchschnitt rund 12 %.
  • Die Erhöhung ist voll steuerpflichtig, weil der Rentenfreibetrag bei Bestandsrentnern als fester Euro-Betrag festgeschrieben ist.
  • Für Juli 2027 kursiert eine Prognose von etwa 4,4 %. Festgelegt wird die Erhöhung erst im Frühjahr 2027.
Inhalt
  1. Die Rentenerhöhung 2026 in Euro
  2. Wie die Erhöhung zustande kommt
  3. Wer von der Erhöhung profitiert
  4. Steuerfolgen: Warum die Erhöhung voll zählt
  5. Ausblick: Rentenerhöhung 2027
  6. Was die Erhöhung für Sie bedeutet

Die gesetzlichen Renten sind zum 1. Juli 2026 um 4,24 % gestiegen. Der aktuelle Rentenwert, also die Monatsrente für einen Entgeltpunkt, liegt seitdem bei 42,52 € statt 40,79 €. Das gilt für alle Rentenarten und in ganz Deutschland gleich.

Wer 1.500 € Bruttorente bekommt, hat damit rund 64 € mehr im Monat. Ganz so viel landet aber nicht auf dem Konto. Kranken- und Pflegeversicherung ziehen ihren Anteil ab, und weil die Erhöhung voll steuerpflichtig ist, rutschen manche Rentner erstmals in die Steuerpflicht.

Die Rentenerhöhung 2026 in Euro

Die Tabelle rechnet die Erhöhung für typische Bruttorenten durch. Grundlage ist das exakte Verhältnis der Rentenwerte (42,52 € ÷ 40,79 €). Die Nettospalte zieht den durchschnittlichen Beitrag von 8,75 % zur Krankenversicherung und 3,6 % zur Pflegeversicherung ab, zusammen 12,35 %, noch ohne Steuern.

Rente bis Juni 2026 Rente ab Juli 2026 Plus brutto im Monat Plus brutto im Jahr Plus nach KV/PV im Monat
800,00 € 833,93 € 33,93 € 407,16 € 29,74 €
1.000,00 € 1.042,41 € 42,41 € 508,95 € 37,17 €
1.200,00 € 1.250,89 € 50,89 € 610,74 € 44,61 €
1.500,00 € 1.563,62 € 63,62 € 763,42 € 55,76 €
1.800,00 € 1.876,34 € 76,34 € 916,11 € 66,91 €
1.835,55 € (Standardrente) 1.913,40 € 77,85 € 934,20 € 68,24 €

Die Standardrente ist eine Rechengröße: 45 Jahre lang Beiträge auf den Durchschnittsverdienst, also 45 Entgeltpunkte. Die meisten Renten liegen darunter, weil kaum jemand 45 Jahre lang genau durchschnittlich verdient hat.

Wer kinderlos ist, zahlt 4,2 % statt 3,6 % zur Pflegeversicherung. Und der Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse kann über oder unter dem Durchschnitt von 2,9 % liegen. Ihr genaues Netto rechnet der Rechner aus.

RechnerNetto-Rente-Rechner 2026Von der Bruttorente zur Netto-Rente – Krankenversicherung, Pflege und Steuer.

Wie die Erhöhung zustande kommt

Die Rentenanpassung folgt einer Formel in § 68 SGB VI. Der Rentenwert verändert sich jedes Jahr zum 1. Juli mit drei Faktoren: der Entwicklung der Bruttolöhne im Vorjahr, der Veränderung des Beitragssatzes und dem Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern abbildet. Die Bundesregierung setzt den neuen Wert per Verordnung fest, der Bundesrat muss zustimmen (§ 69 SGB VI).

Dazu kommt die Haltelinie: Das Rentenpaket 2025, in Kraft seit Januar 2026, sichert ein Rentenniveau von 48 % bis 2031. Ergäbe die Formel ein niedrigeres Niveau, fiele die Anpassung entsprechend höher aus. Wie die Haltelinie funktioniert und was sie kostet, steht im Artikel zum Rentenpaket.

Datum Aktueller Rentenwert Erhöhung
1. Juli 2024 39,32 € –
1. Juli 2025 40,79 € 3,74 %
1. Juli 2026 42,52 € 4,24 %
1. Juli 2027 noch nicht festgelegt Prognose etwa 4,4 %

Der Rentenwert gilt bundeseinheitlich, einen eigenen Wert für Ostdeutschland gibt es nicht mehr. Die Erhöhung ist deshalb überall gleich hoch.

Wer von der Erhöhung profitiert

Jede Rente der gesetzlichen Rentenversicherung wird mit dem aktuellen Rentenwert berechnet. Deshalb steigen alle im selben Verhältnis: Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten, Witwen- und Waisenrenten. Die Rentenformel zeigt, warum: Die Rente ist Entgeltpunkte mal Zugangsfaktor mal Rentenwert mal Rentenartfaktor. Ändert sich nur der Rentenwert, ändert sich jede Rente um denselben Prozentsatz.

Zwei Gruppen merken die Erhöhung zusätzlich an anderer Stelle:

  • Bezieher von Witwen- und Witwerrenten. Der Freibetrag für eigenes Einkommen beträgt das 26,4-Fache des Rentenwerts (§ 97 SGB VI). Er stieg von 1.076,86 € auf 1.122,53 € im Monat. Wer eigenes Einkommen hat, dem wird etwas weniger angerechnet. Mehr dazu im Artikel zur Witwenrente.
  • Künftige Rentner. Auch wer noch arbeitet, profitiert: Jeder bereits gesammelte Entgeltpunkt ist jetzt 42,52 € wert. Ihre nächste Renteninformation wird deshalb höhere Beträge zeigen, ohne dass Sie mehr eingezahlt haben.

Steuerfolgen: Warum die Erhöhung voll zählt

Bei der Besteuerung der Rente gibt es einen Rentenfreibetrag. Er wird im Jahr nach Rentenbeginn als fester Euro-Betrag festgeschrieben und ändert sich danach nicht mehr. Jede spätere Rentenerhöhung ist deshalb zu 100 % steuerpflichtig, unabhängig vom Besteuerungsanteil Ihres Rentenjahrgangs.

Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt vom gesamten Einkommen ab. Alleinstehende zahlen 2026 erst auf ein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 € Einkommensteuer. Wer bisher knapp darunter lag, kann durch die Erhöhung darüber rutschen. Dann besteht Pflicht zur Steuererklärung. Die Einzelheiten stehen im Artikel Rente versteuern.

Für Neurentner des Jahres 2026 gilt eine Besonderheit: Ihr Freibetrag wird erst 2027 festgeschrieben, auf Basis der Jahresrente 2027. Die Erhöhung vom Juli 2026 fließt also noch in die Berechnung ein und erhöht den Freibetrag mit.

Ausblick: Rentenerhöhung 2027

Wie hoch die Renten im Juli 2027 steigen, entscheidet sich erst im Frühjahr 2027. Maßgeblich ist vor allem, wie stark die Löhne im Jahr 2026 gestiegen sind.

Berichtet wird über eine Frühjahrsprognose der Deutschen Rentenversicherung von etwa 4,4 %. Das ist eine Schätzung, kein beschlossener Wert. Nur zur Einordnung: Träfe sie genau zu, stiege der Rentenwert rechnerisch auf rund 44,39 € und die Standardrente um rund 84 € im Monat. Der tatsächliche Wert wird wegen Rundungsregeln und neuer Lohndaten abweichen.

Unabhängig davon kommt 2027 für viele Mütter und Väter etwas dazu: Mit der Mütterrente III gibt es für vor 1992 geborene Kinder ab Januar 2027 einen halben Entgeltpunkt mehr, derzeit 21,26 € im Monat je Kind. Ausgezahlt wird er technisch aber erst ab 2028, dann rückwirkend. Mehr dazu unter Mütterrente.

Was die Erhöhung für Sie bedeutet

Für die meisten Rentner sind 4,24 % eine spürbare, aber keine große Verbesserung. Wie viel davon real bleibt, hängt davon ab, wie stark die Preise im selben Zeitraum steigen. Wer seine Nettorente genau kennen will, sollte die eigenen Beitragssätze einsetzen, statt mit Durchschnittswerten zu rechnen.

Achten sollten vor allem Rentner mit Einkommen knapp unter dem Grundfreibetrag auf die Steuer. Ihnen kann die Erhöhung einen Brief vom Finanzamt einbringen, der sich mit einer rechtzeitigen Erklärung vermeiden lässt.

Häufige Fragen

Um wie viel steigt die Rente im Juli 2026?
Um 4,24 %. Der aktuelle Rentenwert, also der Monatsbetrag für einen Entgeltpunkt, stieg zum 1. Juli 2026 von 40,79 € auf 42,52 €. Bei einer Bruttorente von 1.000 € sind das rund 42 € mehr im Monat, bei 1.500 € rund 64 €. Die Erhöhung gilt in ganz Deutschland gleich.
Muss ich wegen der Rentenerhöhung Steuern nachzahlen?
Möglicherweise. Die Erhöhung ist voll steuerpflichtig, weil Ihr Rentenfreibetrag seit dem Jahr nach Rentenbeginn in Euro festgeschrieben ist. Wer bisher knapp unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € lag, kann durch die Erhöhung steuerpflichtig werden und muss dann eine Steuererklärung abgeben.
Wie viel bleibt netto von der Rentenerhöhung?
Von der Erhöhung gehen im Durchschnitt 8,75 % für die Krankenversicherung und 3,6 % für die Pflegeversicherung ab, kinderlos 4,2 %. Von 63,62 € brutto bleiben damit rund 56 € vor Steuern. Ihr tatsächlicher Wert hängt vom Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse ab.
Wie hoch wird die Rentenerhöhung 2027?
Das steht noch nicht fest. Berichtet wird über eine Frühjahrsprognose der Deutschen Rentenversicherung von etwa 4,4 %. Maßgeblich ist die Lohnentwicklung 2026. Die Bundesregierung legt den neuen Rentenwert im Frühjahr 2027 per Verordnung fest, der Bundesrat muss zustimmen.
Steigt auch die Witwenrente und die Erwerbsminderungsrente?
Ja. Alle Renten der gesetzlichen Rentenversicherung werden mit demselben Rentenwert berechnet und steigen deshalb um 4,24 %. Bei der Witwenrente steigt zusätzlich der Freibetrag für eigenes Einkommen, weil er am Rentenwert hängt: von 1.076,86 € auf 1.122,53 € im Monat.

Quellen

  1. Deutsche Rentenversicherung – Rentenanpassung 2026: Bundeskabinett beschließt Erhöhung
  2. Bundesregierung – Rentenanpassung 2026
  3. BMAS – Renten steigen zum 1. Juli 2025
  4. §§ 68, 69 SGB VI – Aktueller Rentenwert und Verordnungsermächtigung
  5. Deutsche Rentenversicherung – Wachstumschancengesetz und Rentenbesteuerung
  6. Bundesgesundheitsministerium – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
  7. VZ VermögensZentrum – Rentenerhöhung 2027 (Prognose)

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