Inhalt
Die Rentenlücke ist der Betrag, der zwischen Ihrer Netto-Rente und dem Einkommen liegt, mit dem Sie im Ruhestand leben möchten. Der Rentenlücke-Rechner schätzt dafür Ihre Netto-Rente aus der Bruttorente der Renteninformation, rechnet die Lücke in künftige Euro um und zeigt, wie viel Kapital und welche monatliche Sparrate nötig wären, um sie zu schließen.
So rechnet der Rentenlücke-Rechner
Wunsch-Einkommen. Ihr heutiges Nettoeinkommen mal den gewünschten Anteil, standardmäßig 80 %.
Netto-Rente. Von der gesetzlichen Bruttorente gehen ab:
- Krankenversicherung: 7,3 % plus der halbe Zusatzbeitrag Ihrer Kasse, im Durchschnitt 2026 zusammen 8,75 %. Die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung.
- Pflegeversicherung: Rentner zahlen den vollen Beitrag allein, 3,6 % oder 4,2 % für Kinderlose.
- Einkommensteuer: Steuerpflichtig ist der Besteuerungsanteil nach dem Jahr Ihres Rentenbeginns. Er steigt seit 2023 um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr und erreicht 2058 volle 100 %. Wer 2051 in Rente geht, versteuert also 96,5 %. Abgezogen werden die Pauschbeträge (102 € Werbungskosten, 36 € Sonderausgaben) und die Kranken- und Pflegebeiträge. Darauf wendet der Rechner den Tarif 2026 an.
Weil die Renteninformation ohne künftige Rentenerhöhungen rechnet, behandeln wir alle Beträge bis Rentenbeginn in heutiger Kaufkraft. Dahinter steckt die Annahme, dass Renten, Steuerfreibeträge und Preise ungefähr gleich schnell steigen. Weitere Alterseinkünfte wie eine Betriebsrente tragen Sie bereits netto ein.
Lücke in künftigem Geld. Die Lücke in heutigen Euro wird mit der Inflation auf das Jahr des Rentenbeginns hochgerechnet.
Kapitalbedarf. Der Rechner ermittelt, wie viel Kapital zum Rentenbeginn nötig ist, damit die Lücke jeden Monat bis zum gewählten Endalter ausgezahlt werden kann. Die Monatsbeträge steigen dabei jedes Jahr mit der Inflation, das Restkapital bringt die angenommene Entnahme-Rendite. Am Ende ist das Geld aufgebraucht.
Sparrate. Schließlich rechnet er aus, welche gleichbleibende Monatsrate bis zum Rentenbeginn bei der Spar-Rendite dieses Kapital ergibt. Schon vorhandenes Vorsorgevermögen wird mit derselben Rendite hochgerechnet und abgezogen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Die Zahl wirkt hoch, und sie ist es auch. Sie zeigt, warum die Lücke vor allem über Zeit geschlossen wird: Wer denselben Betrag erst zehn Jahre später zu sparen beginnt, müsste deutlich mehr als das Doppelte zurücklegen. Umgekehrt senkt jede weitere Einkommensquelle die Rate spürbar. Eine Betriebsrente mit 200 € netto verringert die Lücke im Beispiel um ein Fünftel.
Welche Stellschrauben am meisten bewirken
Spielen Sie mit dem Rechner verschiedene Annahmen durch. Drei Eingaben verändern das Ergebnis besonders stark:
Der gewünschte Anteil. 70 statt 80 % des Nettoeinkommens senken im Beispiel das Wunsch-Einkommen um 280 € und die Lücke damit um fast ein Drittel. Prüfen Sie ehrlich, welche Ausgaben im Ruhestand wegfallen – Fahrtkosten, Beiträge zur Altersvorsorge, vielleicht ein abbezahlter Kredit – und welche dazukommen.
Die Dauer der Entnahme. Soll das Geld bis 95 statt bis 90 reichen, steigt der Kapitalbedarf spürbar. Das ist die Frage, wie viel Sicherheit gegen ein langes Leben Sie wollen. Eine Alternative ist eine lebenslange Rente, etwa aus einem Altersvorsorgedepot mit Verrentung.
Die Inflation. Schon ein Prozentpunkt mehr Inflation macht aus der Lücke in künftigen Euro deutlich mehr – und die Entnahmen steigen während des Ruhestands weiter. Rechnen Sie im Zweifel lieber mit 2,5 % als mit 1,5 %.
Grenzen des Rechners
- Die Renteninformation ist eine Hochrechnung. Sie unterstellt, dass Sie bis zur Regelaltersgrenze so weiterverdienen wie in den letzten fünf Jahren. Längere Teilzeit oder Arbeitslosigkeit senken die Rente, Gehaltssprünge erhöhen sie.
- Steuer vereinfacht. Gerechnet wird für Alleinstehende. Bei Ehepaaren mit Splitting und bei hohen weiteren Einkünften weicht die Steuer ab. Genauer rechnet der Netto-Rente-Rechner.
- Konstante Renditen, keine Steuern auf Erträge. In einem ungeförderten Depot fallen auf Erträge Abgeltungsteuer und Vorabpauschale an. Die Sparrate ist deshalb eher eine Untergrenze.
- Kapitalverzehr bis zum Endalter. Wer älter wird, steht danach ohne dieses Geld da. Deshalb lässt sich das Endalter auf 95 setzen.
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen können
Nehmen Sie sich zuerst Ihre Renteninformation Zeile für Zeile vor und prüfen Sie, ob die Hochrechnung zu Ihrem Erwerbsleben passt. Welche Wege es gibt, die Lücke zu schließen – von der Betriebsrente über das geförderte Altersvorsorgedepot bis zum ETF-Sparplan –, beschreibt der Artikel Rentenlücke berechnen und schließen. Wie viel die Förderung ab 2027 zu Ihrer Sparrate beisteuern kann, zeigt der Förderrechner Altersvorsorgedepot; den ungeförderten Teil rechnen Sie mit dem ETF-Sparplan-Rechner durch.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meine Rentenlücke?
Wie viel Prozent des Nettoeinkommens braucht man im Alter?
Ist die Rente in der Renteninformation brutto oder netto?
Wie viel Kapital brauche ich für 500 € mehr Rente im Monat?
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung – Besteuerung der Renten nach dem Wachstumschancengesetz
- Bundesgesundheitsministerium – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
- § 32a EStG – Einkommensteuertarif 2026
- TK – Beitragssätze zur Pflegeversicherung 2026
Wir prüfen Zahlen und Fristen regelmäßig. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.
Die Informationen auf dieser Seite sind sorgfältig recherchiert, ersetzen aber keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und Ihre persönlichen Unterlagen.